Des Schnitters Tochter





Des Schnitters Tochter:

Als sie noch lebte, war sie ein  Waisenkind. Ihr Vater starb im Krieg, ihre Mutter und ihre zwei Brüder verlor sie an eine Seuche die dem Krieg folgte. Nur sie blieb am leben, alleine im verlassenen Elternhaus.
Der Winter zog ins Land und die Kälte in das Haus. Verzweifelt, frierend und hungrig zog es sie in die Stadt, in der Hoffnung dort vielleicht Hilfe zu finden.

In den Straßen der Stadt jedoch, fand sie weder Hilfe noch Trost. Die Bürger scherten sich nicht um das zitternde Mädchen. Überall wurde sie verstoßen und verjagt. Unter Schimpf und Schande lief sie in die hereinbrechende Nacht. Auf dem Marktplatz kauerte sie ihren frierenden Leib an ein Haus, leise um Hilfe bettelnd. Jedoch wurde auch dort ihr Flehen überhört. Die Stadt verfinsterte sich, langsam sank ihre Hand auf den gepflasterten Boden, sie wurde ruhig und ihr Blick leer. Zwei Raben gesellten sich  zu dem Mädchen als eine einzige Träne auf dem Pflasterstein gefror...

Ein Schatten legte sich wie ein Schleier auf die Straßen als der Schnitter auf den sterbenden Körper zu ritt. Er schwang sich von seinem Ross und beugte sich zu dem Mädchen herab. Berührt von Ihrem Schicksal und erzürnt über dessen, und der kälte der Menschen, brach er das Gesetz das ihn an seine Aufgabe band und nahm Ihre Seele mit sich fort.
Aus dem Schleier der Nacht formte er ihr einen Neuen Körper, hielt sie damit am Leben. Er zog sie als seine Tochter auf und gab ihr die gleichen kräfte wie die seinen.

Da sie als lebende Seele geboren wurde, war sie nicht an die selben Gesetze wie der Schnitter gebunden und konnte frei wählen, wen sie nun ernte. Die Erinnerung an ihr altes leben war noch wach, so zog sie aus, jene Menschen zu strafen, die sich eines kalten Herzens schuldig machten. Im Mantel der Nacht durchstreift sie die Welt, begleitet von den beiden Raben, stehts angezogen von Grausamkeit...